10 Jahre
Ich soll eine Software beurteilen, die seit 2017 niemand mehr richtig angefasst hat.
Aber der eigentliche Grund, warum ich überhaupt hier sitze, hat mit Technik gar nichts zu tun.
Der Reihe nach.
Da läuft seit einer gefühlten Ewigkeit dieses eine System. Fast zehn Jahre lang hat sich da keiner mehr richtig rangetraut. Läuft ja irgendwie. Zumindest so lange, bis es irgendwann nicht mehr läuft, und dann ist die Panik groß.
Und jetzt soll ich ran und rausfinden:
—> Kann man das Ding überhaupt noch vernünftig warten?
—> Kriegt man da noch was drangebaut, ohne dass alles zusammenkracht?
—> Oder muss man ehrlich sagen: neu bauen, so weh das auch tut?
Keine kleine Frage. An sowas hängt am Ende ne Menge Kohle und oft auch der letzte Nerv von einem ganzen Team.
Und trotzdem war das nicht der Grund, warum ich den Auftrag bekommen hab.
Sondern ein Mensch, mit dem ich vor sechs Jahren schon mal zusammengearbeitet hab. Der kennt mich. Der weiß, dass ich nicht reinkomme, alles schlechtrede und dann teuer alles neu machen will.
Das hat mir die Tür geöffnet. Nicht mein Lebenslauf, nicht irgendein Zertifikat.
Und das finde ich ehrlich gesagt total unterschätzt in unserer Branche. Alle reden über Skills und Tools und was man alles können muss. Aber ob dir einer zutraut, dass du es ernst meinst, das steht auf keinem Blatt.
Die Software analysiere ich natürlich sauber. Kein Schöngerede, so viel ist klar.
Aber dass ich überhaupt gefragt wurde, war zuerst eine Vertrauenssache. Der ganze Technik-Kram kommt erst danach.
💬 Hast du schon mal einen Auftrag oder Job bekommen, weil dir jemand vertraut hat, der dich früher kannte? Oder überschätzen wir diesen „alte Kontakte“-Faktor total?

